2021-07-15 - 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland

Die Festspielstadt Feuchtwangen lädt zum Erinnern und Mitfeiern ein

(djd 67362-9). Am 11. Dezember 321 erließ der römische Kaiser Konstantin ein Edikt, dass Juden städtische Ämter in den Kurien, den römischen Stadträten, bekleiden durften und sollten. Dies belegt, dass jüdische Gemeinden bereits seit der Spätantike ein wichtiger integrativer Bestandteil der europäischen Kultur sind. Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden also nachweislich seit mindestens 1.700 Jahren auf dem Territorium des heutigen Deutschlands.

Facettenreiche Einblicke in die jüdische Kultur

In diesem Festjahr machen zahlreiche Veranstaltungen das jüdische Leben heute und damals sichtbar. Auch die fränkische Stadt Feuchtwangen ist eng mit der jüdischen Kultur verbunden und feiert dies vom 1. Oktober bis zum 19. Dezember unter anderem mit Ausstellungen, Lesungen und Konzerten. Alle Veranstaltungen gibt es unter www.juedisches-feuchtwangen.de.

Wo einst die Synagoge stand, erinnert heute das Fränkische Museum mit einer facettenreichen Medieninstallation an die jüdische Geschichte Feuchtwangens. Foto: djd/Kulturamt Feuchtwangen/Andreas Strunz
Wo einst die Synagoge stand, erinnert heute das Fränkische Museum mit einer facettenreichen Medieninstallation an die jüdische Geschichte Feuchtwangens. Foto: djd/Kulturamt Feuchtwangen/Andreas Strunz

Einige der Veranstaltungen und Aktionen im Überblick

Das Fränkische Museum: Mit einer facettenreichen Ausstellung erinnert es an das jüdische Leben in Feuchtwangen sowie die Shoa. Regisseur und Schauspieler Alexander Ourth hat dafür eine Medieninstallation konzipiert, in welcher Dokumente, Bilder, Töne, Protokolle und Urkunden von jüdischen Mitmenschen poetisch und künstlerisch verarbeitet werden. Mithilfe von interaktiven Videoprojektionen und Klanginstallationen wird dem Betrachtenden das Überlieferte zu Gehör gebracht und vor Augen geführt.

Die Kreuzgangspiele: Eine Theaterperformance mit dem Titel „Lass uns verschwinden!“ beschäftigt sich mit dem Erinnern und dem Vergessen. Die Protagonisten und Zuschauer begeben sich auf eine Spurensuche, in der individuelles Empfinden und Fakten verschwimmen. Mit Sprache und Gestik, mit Tanz und mit Stillstand werden die Fäden der Geschichten aufgenommen, verknüpft, fallen gelassen, neu aufgenommen.

Die Konzerte der Reihe KunstKlang: Unter der künstlerischen Leitung der in Feuchtwangen geborenen Sopranistin Christiane Karg widmet sich ein Wochenende mit insgesamt drei Konzerten explizit jüdischen Komponisten und Komponistinnen. Erinnert wird unter anderem an den jüdischen Tenor Joseph Schmidt, der Ende der 1920er-Jahre ein Weltstar war. Er ließ sich nicht von den Nazis vereinnahmen, musste fliehen und starb schließlich in einem Lager in der Schweiz.

Die Tagebücher Lion Feuchtwangers: Lion Feuchtwanger (1884-1954), Sohn eines jüdischen Fabrikanten, war ein international anerkannter Romancier und Weltbürger. Mit einer Lesung aus seinen Tagebüchern will die Festspielstadt ihm als Mensch näher kommen, sind doch die Biografie des Schriftstellers und die Stadt durch den Namen auf einzigartige Weise in der Geschichte miteinander verwoben.


Beitrags-Foto:   1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland / @jüdisches-feuchtwangen.de
Text-Foto:  Wo einst die Synagoge stand, erinnert heute das Fränkische Museum mit einer facettenreichen Medieninstallation an die jüdische Geschichte Feuchtwangens. Foto: djd/Kulturamt Feuchtwangen/Andreas Strunz

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