Projekt Rise

„Kein Bock (mehr) auf das Thema Flucht!?“

Knapp 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht | das Projekt RISE bearbeitet das Thema Flucht als gesamtgesellschaftliche Aufgabe – insbesondere die Integration Geflüchteter | Perspektiven von Kindern und Jugendlichen berücksichtigen.

München – Die Zahl der Menschen, die vor Krieg, Konflikten und Verfolgung flüchten, steigt seit Jahren und ist so hoch wie noch nie. In Deutschland werden das Thema Flucht und die damit verwobenen Diskurse um Integration und Migration häufig kontrovers und emotional diskutiert. Insbesondere Kinder und Jugendlichen benötigen deshalb Orientierung und eine wertebasierte öffentliche Diskussion des komplexen Themas, die zunehmend durch extremistische und demokratieschädigende Einflüsse geprägt wird.

Für Kinder und Jugendliche spielen Medien eine zentrale Rolle bei der Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Geflüchtete. Die mediale Darstellung der Not von Geflüchteten legt es vielen Kindern und Jugendlichen nahe, sich für humanitäre Werte einzusetzen: Es erscheint notwendig, die Rolle des Zuschauers oder der Zuschauerin zu verlassen.

Eine Studie des JFF – Institut für Medienpädagogik in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig zum Umgang junger Menschen (10–16 Jahre) mit der medialen Darstellung von Flucht und Geflüchteten zeigen jedoch, dass dies nicht für alle Kinder und Jugendlichen in der gleichen Weise gilt. Manche zeigen sich überdrüssig, eher wenig empathisch und wenden sich vom Thema ab, obgleich ihnen die Notlage von Geflüchteten bewusst ist. Grund hierfür sind u.a. der wachsende Einfluss medialer Diffamierungen aus dem antidemokratischen politischen Spektrum.

Die älteren Befragten beobachten zudem auch das politische Geschehen und prangern an, dass die Politik in Deutschland und Europa den Menschen nicht hilft. Besonders für Kinder und Jugendliche mit eigener Migrations- oder Fluchtgeschichte waren Gruppeninterviews ein Anlass, über eigene Erfahrungen mit Rassismus zu sprechen. Sie erzählen von Übergriffen und Diskriminierungen, die sie meist auf sogenannten sozialen Netzwerken, aber auch vereinzelt im nahen sozialen Umfeld wahrnehmen.

Das Projekt RISE trägt vor diesem Hintergrund Informationen zum Thema Vertreibung und Flucht bzw. Aufnahmesituation in der neuen Heimat der Geflüchteten zusammen und bereitet hierzu pädagogische Materialien für Schule und Jugendarbeit auf, die an der Lebenswirklichkeit von Kindern und Jugendlichen ansetzen. Dabei ist RISE den Prinzipien der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet und stellt sich gegen jede Form von Herabwürdigung, Hass, politische Radikalisierung, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit.

RISE fordert anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni, insbesondere die Interessen von Kindern und Jugendlichen mit Migrations- und Fluchterfahrungen politisch aufzugreifen und für deren gelingendes und sicheres Aufwachsen in Deutschland zu sorgen.


Das Projekt RISE entwickelt praktische Ansätze der Primärprävention für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen und verfolgt einen mehrdimensionalen Ansatz in der Schnittstelle zwischen politischer Bildung und medienpädagogischer Peer-Education. RISE ist ein Projekt des JFF – Institut für Medienpädagogik in Kooperation mit ufuq.de, dem Medienzentrum Parabol e.V., dem Netzwerk Vision Kino und jugendschutz.net – gefördert durch Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

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